-
Kommt die Musik in der Zukunft aus der Wolke? Teil 1
Geschrieben am 29. Mai 2009 Keine KommentareOk, ich akzeptiere es, ich bin ein Dinosaurier. Angehöriger einer aussterbenden Art. Ist ja auch irgendwie ganz charmant. Ein Abgrenzungsmerkmal gegenüber dem alles vereinnahmenden Mainstream: Ich kaufe noch CDs. Genau. Das ist so-was-von-80er!
„Wer heute neue Musik haben möchte, lädt sie sich aus dem Netz herunter, Dino!“
Entschuldigung, wenn, dann richtig: ist angesichts von Musikflatrates und Diensten wie www.spotify.com nicht das gesamte Konzept „Musik haben“ schon so-was-von-2008…?Spotify ist ein Start Up Unternehmen aus Stockholm und hat z.B. in England innerhalb von 2 Monaten etwa eine Million Kunden mit einem bestechend einfachen Angebot gewonnen. Man kann kostenlos (mit Werbeunterbrechungen) oder gegen eine monatliche Gebühr (dann ohne Werbung) Musik hören. Als Stream, ohne die eigene Festplatte zu belasten. Das allerdings mit einer Beständigkeit, dass man tatsächlich glaubt, die Musik komme aus der eigenen mp3 Sammlung. Mobile Applikationen für iPhone, Android und andere mobile Plattformen sind in Vorbereitung. Eine erstes Demovideo ist bereits auf youtube aufgetaucht:
Das Ziel: Zugriff auf Millionen von Songs immer und überall ohne eigenen Speicher. Wie bei den bekannten Mediaplayern auf dem eigenen Rechner kann man sich eigene Playlists und Favoritensammlungen erstellen. Sind einmal die Verhandlungen mit allen Labels erfolgreich abgeschlossen (was noch nicht der Fall ist), steht dafür theoretisch die komplette Bibliothek aller jemals veröffentlichten Musik zur Verfügung. Das gleiche Konzept soll mit Videoinhalten in Vorbereitung sein, munkelt man. Mit guten Gründen wird Spotify daher von einigen als „next big thing“ gehandelt:
- es bietet eine Lösung für die „Causa Pirate Bay“ , da die Musik in guter Qualität eben auch kostenlos gehört werden kann
- die Entertainment-Industrie verdient Geld
- alle Musik wird überall on demand verfügbar
- keine Begrenzung durch SpeicherkapazitätenDie Aufmerksamkeit der Musik-affinen Blogs (z.B. netzwertig) ist jedenfalls groß. So groß, dass auch etablierte Plattformen wie zeit.de das Thema aufnehmen.
Als ich mit Carmen Hillebrandt von Vodafone in den letzten Tagen auf Redaktionstour war, um die neue Vodafone Music Flatrate vorzustellen, fiel allerdings auf, dass zwar alle beobachten, dass der Markt solche Angebote verlangt, dass sich der Umgang mit Musikbesitz verändert (nicht ihre Bedeutung, wohlgemerkt). Aber so richtig scheint niemand zu wissen, wo es hingehen wird. Entwickelt sich die Generation Download zur Streaming Gemeinde? Ändert sich dadurch das Verhältnis zur Musik? Was macht der „Spotifier“ eigentlich ohne Empfang? Hat er für diesen Fall noch eine zweite, eine Download-Flatrate?
Fragen, die im zweiten Teil dieses Artikels formuliert und in den kommenden Tagen lautstark bloggend zur Diskussion gestellt werden.Ich kaufe jedenfalls weiter CDs. Die klingen einfach besser als mp3s. Bin nun mal 80er.
Peter
Einen Kommentar schreiben
