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Neue Allianz zur Förderung und Vermarktung von Newcomern
Geschrieben am 2. Juli 2009 Keine Kommentare
Bisher war die Aussage, dass das Web 2.0 im Laufe der Zeit völlig neue Wege für Bands ermögliche zumeist noch sehr auf den Einzelfall beschränkt. Mit anderen Worten: Man kann immer wieder erfolgreiche Einzelfälle identifizieren, wirklich verallgemeinerbare neue Strukturen jenseits der etablierten Label-Landschaft sind noch nicht zu erkennen. Mit der gerade verkündeten Allianz zwischen der Shareholder Plattform Sellaband und dem Prosieben Ableger MM MerchandisingMedia könnte sich das ändern. Auch wenn diese Paarung sicher nicht alle Bands glücklich macht, die auf Sellaband versuchen ein professionell produziertes Album zu finanzieren, könnte sie doch Vorbildcharakter haben.Sellaband wurde 2006 gegründet und bietet Fans die Möglichkeit, sich an der Produktion eines Albums per Kauf eines Anteilsscheines zu beteiligen. Hat eine Band auf diese Weise 50.000 Euro zusammen, wird ein Album produziert. Während sich Sellaband nun weiterhin um die Finanzierung und Schaffung von Produktionsmöglichkeiten kümmert, steuert MM MerchandisingMedia Vermarktungs- Vertriebs- und Lizensierungskompetenzen bei. Neue Bands haben so die Möglichkeit ohne klassischen Label-Vertrag mit ggf. verschiedenen Partnern mehr oder weniger in Eigenregie sich selbst aufzubauen und zu vermarkten. Besonders interessant ist dieser Ansatz für Bands mit hohem Anteil an Web-Fans. Mit der ProSiebenSat1 Gruppe steht dann ggf. gleich der passende Medienpartner zur Verfügung.
Das interessante an der Kooperation ist letztlich ihre Übertragbarkeit. Genau genommen muss es heute kein ursprüngliches Medienunternehmen wie die ProSiebenSat1 Gruppe mehr sein, das die Rolle des Vertriebes oder der Lizenzbetreuung übernimmt. Es kann letztendlich jedes Unternehmen sein, dass das eigene Geschäftsfeld ausdehnen will oder über Newcomerförderung jenseits der ausgetretenen Wege des einemillionhundertachtundfünfzigtausendeinhundertelften Newcomercontestes die eigene Marke mit Emotionen aufladen will und über eine entsprechende Reichweite an Kundenkontakten verfügt. Wieso nicht ein Mobilfunkunternehmen? Oder ein Versicherungsanbieter? Heute vielleicht noch ein merkwürdiger Gedanke, doch die Grenzen verschwimmen zunehmend.
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