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  • Markenevents und … die Fotofalle

    Geschrieben am 24. Juli 2009 Peter 1 Kommentar

    Alles ist bestens gelaufen: Das Konzert voll, die Fans begeistert, der Star gut gelaunt. Doch statt begeisterter Nachberichte liest man plötzlich von unmöglichen Bedingungen für die Bildberichterstattung, unterkühlte Rezensionen oder schlicht – nichts. Der tolle Markenevent ist in die Fotofalle geraten.

    Aktualität bekommt dieses Szenario durch den gestern verkündeten Boykott der Presseagenturen des einzigen Deutschland-Konzerts von Britney Spears, was zu einem weitgehenden Ausfall der überregionalen Berichterstattung führen wird. Die Reihe läßt sich allerdings beliebig fortsetzen: Leonhard Cohen, Mark Knopfler, Kiss und als Vorreiter Robbie Williams, um nur einige zu nennen, die Agentur-Fotografen aussperren. Oder Künstler wie Kanye West, die erst gar keine Fotografen zulassen.

    Folge ist eine z. T. empfindliche Einschränkung der Berichterstattung über das Konzert, was zunächst paradox anmutet: Ein Künstler sperrt Fotografen aus und bringt sich damit um mediale Aufmerksamkeit. Eigentlich müsste er doch interessiert sein… muss er nicht. Fotografiert werden gehört zwar zum Berufsbild eines Musikers und Berichterstattung fördert seine Bekanntheit, dennoch hat er die Rechte am eigenen Bild. Juristisch gesehen müssen sowohl er als auch der Konzertveranstalter zustimmen, dass die Show fotografiert werden darf. Hat die Marke ein Konzert nicht selbst veranstaltet, muss die Fotografenfrage zusätzlich also auch mit dem örtlichen Veranstalter geklärt werden.

    Viele Künstler begreifen sich heute durchaus als Marken, die die Kontrolle darüber behalten wollen, welche Bilder von ihnen wo veröffentlicht werden – was zuerst einmal ihr gutes Recht ist. Presse- und Fotoagenturen, die ihre Berichte und Fotos auf dem Markt anbieten und im Vorfeld natürlich nicht wissen, wo veröffentlicht wird, werden daher ausgesperrt. Man kann trefflich darüber streiten, ob dies für Künstler ein sinnvolles Vorgehen ist oder nicht. Fakt ist: Viele tun es, mitunter umgekehrt proportional zu eigener Bekanntheit und künstlerischem Status.

    Für Markenevents, die naturgemäß ein breites Medienecho nach sich ziehen sollen, sollten also folgende Punkte vorher geklärt werden:

    • Lässt der Künstler Fotografen zu?
    • Welche Fotografen dürfen akkreditiert werden?
    • Wie viele Fotografen dürfen akkreditiert werden
    • Muss die Liste der Fotografen vorher mit dem Management abgestimmt werden?
    • Muss mit jedem Fotografen ein Fotovertrag unterschrieben werden, aus dem hervorgeht, in welchem Medium die Bilder veröffentlicht werden?
    • Will der Künstler/das Management die Bilder einzeln freigeben?

    Die Absprachen sollten vertraglich fixiert werden – in der Praxis ist es mitunter allerdings komplizierter. Es ist uns selbst einmal passiert, dass die mühsam mündlich ausgehandelten und mehrfach zugesagten Fotogenehmigungen zu Konzertbeginn widerrufen wurden, da der Künstler an diesem Tag keine Lust hatte fotografiert zu werden. Es erforderte viel Fingerspitzengefühl, zumindest einige Fotos zu bekommen, die wir an die Medien weitergeben konnten. Daher der Rat, Absprachen schriftlich zu fixieren. Gleichzeitig kann man mit solchen Verhandlungen schnell „schlafende Hunde wecken“ und die Managements erst auf Ideen bringen, die sie sonst gar nicht verfolgt hätten. Wie man so schön sagt: Papier ist geduldig und liegt eine Vereinbarung vor, wird gerne noch mehr hineingeschrieben. Diese Verhandlungen erfordern ein hohes Maß an Erfahrung und Wissen um die jeweiligen Künstler-Egos und Befindlichkeiten. Hat man das nicht, sollte man unbedingt oben stehende Liste abarbeiten, handelt sich dabei allerdings mitunter mehr Einschränkungen ein als notwendig. Oder man fragt gleich jemanden, der sich damit auskennt…

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    Eine Antwort zu “Markenevents und … die Fotofalle”

    1. das ist ein interessantes thema, mir ist das wohl noch nicht passiert, den bis jetzt waren die künstler eigentlich immer froh, “ordentliche” fotos von sich zu sehen…
      aber es liegt auch in meinem eigenen interesse, den künstler auch so zu fotografieren, dass er sich auch darin erkennen kann.
      und ich halte mit den fotografierten auch immer einen persönlichen kontakt und mache mir aus, welche fotos ihnen zusagen und ich veröffentlichen kann.
      habe aber auch noch nie big stars fotografiert… dh so richtige “musikzicken”… ;) bin aber auch nicht annie leibovitz ;) )

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