Sieht so unsere Zukunft aus?

7 digital trends at Davos 2011 (World Economic Forum talk)

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Play – Realität ist die Fiction des Traumes

playDer knapp 20 Minuten lange aber sehr lohnenswerte Kurzfilm von David Kaplan und Eric Zimmermann spielt mit dem Szenario, dass Gameswelten und -controller so wirklichkeitsnah werden, dass sie praktisch nicht mehr von der Realität unterscheidbar sind. Menschen spielen Charaktere, die Charaktere spielen, die Träume träumen… wie eine endlos ineinandergeschachtelte Matroschka schält sich der Film von Spielebene zu Spielebene und lässt den Zuschauer im unklaren, ob die Realität je erreicht wird – tatsächlich erscheint das kurze Start-Menue, dass den Spieler vor die Wahl  Exit / Play stellt, der einzige Bezug zu einer wie auch immer gearteten Realität zu sein. Diese wird allerdings nie erreicht, da reflexhaft “play” gewählt wird. Angesichts neuerer Erkenntnisse über die Auswirkungen von Computergames auf das Hirneigene Belohnungssystem eine denkbare wenn auch hoffentlich nicht zutreffende Vorstellung, erscheint es doch so viel einfacher, das verkorkste Blind Date mal eben durch ein beherzt gerufenes “Reset!” wieder von vorn zu starten…

Play ist Teil einer Kurzfilmreihe auf futurestates, wo es auch weitere Hintergründe und ein durchaus interessantes Making of zu sehen gibt. Das Projekt präsentiert derzeit 11 verschiedene Visionen von Zukunft, die von verschiedenen Filmemachern realisiert wurden. Spannend!

Video nach dem *click

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Majorlabel kaufen sich bei Spotify ein

Die vier Majorlabel haben sich offensichtlich in größerem Stil beim teilweise werbefinanzierten Musik-Streamingdienst Spotify eingekauft wie die Musikwoche berichtet. nach unterschiedlichen Berechnungen kontrollieren sie bis zu 16% der Anteile. Damit scheint sich in der Praxis die Einsicht durchzusetzen, dass dem Filesharing auf die Dauer nur mit attraktiven Angeboten beizukommen ist – auch wenn das offiziell weiterhin sicher bestritten wird. Natürlich ist es nur konsequent und vernünftig, sich an Angeboten wie Spotify zu beteiligen, die mit ziemlicher Sicherheit in Zukunft eine immer größere Rolle spielen werden und scheinbar auch geeignet sind, die User aus der Illegalität der Filesharing Börsen zurück zu legalen Angeboten zu holen. Insgesamt dürfte das die Chancen von Spotify, sich erfolgreich zu etablieren, erhöhen.

Lesenswert: “Die Gute Tat der Piraten”

der TagesspiegelEine lesenswerte Zusammenfassung zu den Umwälzungen in der Musikbranche gibt es beim Berliner Tagesspiegel. Interessant daran sind zwei Aspekte:

  • Mit dem Tagesspiegel erreicht der Zweifel an der Argumentation der Musikindustrie, dass Filesharing die Musikbranche bedrohe, ein eher konservatives Medium.
  • Auch in diesem Artikel wird deutlich, dass der Spielraum sich konstruktiv und glaubwürdig an der Umgestaltung der Musikbranche zu beteiligen für neue Marktteilnehmer wie Markenhersteller weiter wächst. Zum Beispiel brauchen junge Acts mehr denn je Unterstützung in Form von Reichweite, um überhaupt bekannt zu werden. Schafft man es, diese Reichweite zu geben, ohne die Glaubwürdigkeit der Acts anzutasten, schafft man nachhaltigen Mehrwert für die Marke. Das geht halt nicht mit den “üblichen” Kooperationen und es wird auch Mut brauchen…

Dabei sein ist nicht alles

Die Musikbranche wandelt sich zunehmend und reagiert immer schneller auf die Anforderungen der digitalen Evolution. Gleichzeitig können wir im täglichen Umgang mit den digitalen Medien ein Phänomen beobachten, das man den Übergang von der Aufmerksamkeitsökonomie zu einer Ökonomie der Überzeugung nennen könnte. Beides hat Auswirkungen auf zukünftige Musik-Marken Kooperationen. Einige Gedanken.

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futuremusiccamp Mannheim 2009

Barcamps sind eine lustige Sache. Eine Horde von Menschen unterschiedlicher Professionen trifft sich für meistens ein Wochenende, es gibt kein festes Programm im Vorfeld. Das erinnert von der Idee her sehr an studentische Vollversammlungen, nur dass sich hier Profis aus verschiedenen Bereichen treffen, was die Wahrscheinlichkeit einer substanziellen Diskussion deutlich hebt. Das futuremusiccamp hatte sich ausdrücklich die Zukunft der Musik auf die Fahnen geschrieben, allerdings gerieten in der Gegenwart einige Diskussionen reflexhaft, insbesondere wenn es um die elektronischen Medien und den elektronischen Vertrieb von Musik ging. Aber eben nicht immer.

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Ursachenforschung zum Umsatzrückgang in der Musikindustrie

Blog MusikwirtschaftsforschungZum Wochenende noch der Hinweis auf einen sehr guten Artikel von Prof. Mag. Dr. Peter Tschmuck aus Wien, der fundiert und informiert aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht einen Blick auf die aktuelle Diskussion zum Thema Umsatzrückgang in der Musikindustrie wirft. Er belegt recht schlüssig die These, dass sich Filesharing als Ursache für den Rückgang der Umsätze in der Musikindustrie nicht mit den empirisch ermittelbaren Zahlen belegen lässt. Vielmehr handele es sich um einen Umbruch im Nutzungs- und Kaufverhalten, bei dem Filesharing eine Begleiterscheinung sei. Wesentlicher sei die Entwicklung des Einzeltrackdownloades an sich, der das Album als Produkt angreife. Der Musikmarkt wandele sich zurück zu einem Single-Track Markt, was die bisherigen Vermarktungslogiken allerdings über den Haufen werfe.

Der Artikel ist sowohl gut mit Zahlen belegt als auch verständlich geschrieben. Unbedingt lesenswert und hier zu finden.  Ist insgesamt ein interessanter Blog mit viel Hintergrundinformationen zum Thema Musikwirtschaft.

In diesem Sinne: Allen ein Schönes Wochenende!!!

Wie Bands sich selbständig machen

fanfarlo_like_trees

Kennen Sie die britische Band Fanfarlo? Nein? Eigentlich kein Wunder, die Band ist bei keinem großen Label unter Vertrag, vermarktet sich selbst und hat auch sonst außer einigen selbst produzierten Singles und einem gerade erst erschienen Album kaum etwas vorzuweisen. Doch Sie hatten eine gute Idee, die ihnen gerade die Aufmerksamkeit des
NME „A carefully orchestrated treat” (8/10 Punkte) sowie Mojo “Gorgeous pop baroque” (4/5) beschert hat und die Rough Trade Shops in UK veranlasst hat, sie zum Album der Woche zu machen, neben der guten Musik natürlich. Continue reading

Kommt die Musik in der Zukunft aus der Wolke? Teil 2

Im ersten Teil dieses Artikels habe ich mich als CD kaufender Dinosaurier geoutet, der die Entwicklung der digitalen Verfügbarkeit von Musik beobachtet. Eine Entwicklung, die sich – glaubt man gewöhnlich gut informierten Blogger-Kreisen – vom Besitzen von Musikprodukten über Mieten von Musikdateien hin zur Nutzung von personalisierten Streaming-Angeboten vollzieht.

Was mich als lautstarken Musik-PRler dabei umtreibt: Passiert hier ein Paradigmenwechsel im Umgang mit Musik? Während langsam aber sicher alle jemals veröffentlichte Musik immer und überall verfügbar wird, verschwindet das haptische Musikprodukt „Album“ zunehmend. Zum Teil liegt die Musik noch nicht einmal mehr als Datei in einem uns gehörenden Speichermedium. Verändert das Wahrnehmung von und Umgang mit Musik und wenn ja wie? Ich weiss es nicht und möchte hier zur Diskussion einladen.

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Kommt die Musik in der Zukunft aus der Wolke? Teil 1

Ok, ich akzeptiere es, ich bin ein Dinosaurier. Angehöriger einer aussterbenden Art. Ist ja auch irgendwie ganz charmant. Ein Abgrenzungsmerkmal gegenüber dem alles vereinnahmenden Mainstream: Ich kaufe noch CDs. Genau. Das ist so-was-von-80er!

„Wer heute neue Musik haben möchte, lädt sie sich aus dem Netz herunter, Dino!“
Entschuldigung, wenn, dann richtig: ist angesichts von Musikflatrates und Diensten wie www.spotify.com nicht das gesamte Konzept „Musik haben“ schon so-was-von-2008…?

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