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	<title>Lautstark &#124; Musik und mehr &#187; Zukunft</title>
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		<title>Play &#8211; Realität ist die Fiction des Traumes</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Mar 2010 11:58:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der knapp 20 Minuten lange aber sehr lohnenswerte Kurzfilm von David Kaplan und Eric Zimmermann spielt mit dem Szenario, dass Gameswelten und -controller so wirklichkeitsnah werden, dass sie praktisch nicht mehr von der Realität unterscheidbar sind. Menschen spielen Charaktere, die Charaktere spielen, die Träume träumen&#8230; wie eine endlos ineinandergeschachtelte Matroschka schält sich der Film von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-785" title="play" src="http://www.lautstark-blog.de/wp-content/uploads/2010/03/Bildschirmfoto-2010-03-19-um-12.49.321.png" alt="play" width="252" height="199" />Der knapp 20 Minuten lange aber sehr lohnenswerte Kurzfilm von David Kaplan und Eric Zimmermann spielt mit dem Szenario, dass Gameswelten und -controller so wirklichkeitsnah werden, dass sie praktisch nicht mehr von der Realität unterscheidbar sind. Menschen spielen Charaktere, die Charaktere spielen, die Träume träumen&#8230; wie eine endlos ineinandergeschachtelte Matroschka schält sich der Film von Spielebene zu Spielebene und lässt den Zuschauer im unklaren, ob die Realität je erreicht wird &#8211; tatsächlich erscheint das kurze Start-Menue, dass den Spieler vor die Wahl  Exit / Play stellt, der einzige Bezug zu einer wie auch immer gearteten Realität zu sein. Diese wird allerdings nie erreicht, da reflexhaft &#8220;play&#8221; gewählt wird. Angesichts neuerer Erkenntnisse über die Auswirkungen von Computergames auf das Hirneigene Belohnungssystem eine denkbare wenn auch hoffentlich nicht zutreffende Vorstellung, erscheint es doch so viel einfacher, das verkorkste Blind Date mal eben durch ein beherzt gerufenes &#8220;Reset!&#8221; wieder von vorn zu starten&#8230;</p>
<p>Play ist Teil einer Kurzfilmreihe auf <a title="futurestates" href="http://futurestates.tv/episodes/play" target="_blank">futurestates</a>, wo es auch weitere Hintergründe und ein durchaus interessantes Making of zu sehen gibt. Das Projekt präsentiert derzeit 11 verschiedene Visionen von Zukunft, die von verschiedenen Filmemachern realisiert wurden. Spannend!</p>
<p>Video nach dem *click</p>
<p><span id="more-783"></span></p>
<a href="http://www.lautstark-blog.de/2010/03/19/play-realitat-ist-die-fiction-des-traumes/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a>
<p>gefunden beim <a title="nerdcore" href="http://www.nerdcore.de/wp/2010/03/14/game-futuristischer-kurzfilm-play/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+NerdcoreRSS2+%28Nerdcore%29" target="_blank">nerdcore</a></p>
<img src="http://www.lautstark-blog.de/wp-content/plugins/pixelstats/trackingpixel.php?post_id=783&ts=1283759573" style="display:none;" alt="pixelstats trackingpixel"/>]]></content:encoded>
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		<title>Majorlabel kaufen sich bei Spotify ein</title>
		<link>http://www.lautstark-blog.de/2009/08/10/major-label-spotify/</link>
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		<pubDate>Mon, 10 Aug 2009 12:24:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die vier Majorlabel haben sich offensichtlich in größerem Stil beim teilweise werbefinanzierten Musik-Streamingdienst Spotify eingekauft wie die Musikwoche berichtet. nach unterschiedlichen Berechnungen kontrollieren sie bis zu 16% der Anteile. Damit scheint sich in der Praxis die Einsicht durchzusetzen, dass dem Filesharing auf die Dauer nur mit attraktiven Angeboten beizukommen ist &#8211; auch wenn das offiziell [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die vier Majorlabel haben sich offensichtlich in größerem Stil beim teilweise werbefinanzierten Musik-Streamingdienst Spotify eingekauft wie die <a title="mediabiz.de" href="http://www.mediabiz.de/musik/news/majors-und-merlin-besitzen-gut-17-prozent-von-spotify/277965" target="_blank">Musikwoche</a> berichtet. nach unterschiedlichen Berechnungen kontrollieren sie bis zu 16% der Anteile. Damit scheint sich in der Praxis die Einsicht durchzusetzen, dass dem Filesharing auf die Dauer nur mit attraktiven Angeboten beizukommen ist &#8211; auch wenn das offiziell weiterhin sicher bestritten wird. Natürlich ist es nur konsequent und vernünftig, sich an Angeboten wie Spotify zu beteiligen, die mit ziemlicher Sicherheit in Zukunft eine immer größere Rolle spielen werden und scheinbar auch geeignet sind, die User aus der Illegalität der Filesharing Börsen zurück zu legalen Angeboten zu holen. Insgesamt dürfte das die Chancen von Spotify, sich erfolgreich zu etablieren, erhöhen.</p>
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		<title>Lesenswert: &#8220;Die Gute Tat der Piraten&#8221;</title>
		<link>http://www.lautstark-blog.de/2009/07/27/lesenswert-die-gute-tat-der-piraten/</link>
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		<pubDate>Mon, 27 Jul 2009 09:42:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine lesenswerte Zusammenfassung zu den Umwälzungen in der Musikbranche gibt es beim Berliner Tagesspiegel. Interessant daran sind zwei Aspekte:

Mit dem Tagesspiegel erreicht der Zweifel an der Argumentation der Musikindustrie, dass Filesharing die Musikbranche bedrohe, ein eher konservatives Medium.
Auch in diesem Artikel wird deutlich, dass der Spielraum sich konstruktiv und glaubwürdig an der Umgestaltung der Musikbranche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-358" title="der Tagesspiegel" src="http://www.lautstark-blog.de/wp-content/uploads/2009/07/bild-2.png" alt="der Tagesspiegel" width="268" height="63" />Eine lesenswerte Zusammenfassung zu den Umwälzungen in der Musikbranche gibt es beim <a title="der Tagesspiegel" href="http://www.tagesspiegel.de/kultur/Musikpiraten-Musikindustrie-Internet;art772,2857452" target="_blank">Berliner Tagesspiegel</a>. Interessant daran sind zwei Aspekte:</p>
<ul>
<li>Mit dem Tagesspiegel erreicht der Zweifel an der Argumentation der Musikindustrie, dass Filesharing die Musikbranche bedrohe, ein eher konservatives Medium.</li>
<li>Auch in diesem Artikel wird deutlich, dass der Spielraum sich konstruktiv und glaubwürdig an der Umgestaltung der Musikbranche zu beteiligen für neue Marktteilnehmer wie Markenhersteller weiter wächst. Zum Beispiel brauchen junge Acts mehr denn je Unterstützung in Form von Reichweite, um überhaupt bekannt zu werden. Schafft man es, diese Reichweite zu geben, ohne die Glaubwürdigkeit der Acts anzutasten, schafft man nachhaltigen Mehrwert für die Marke. Das geht halt nicht mit den &#8220;üblichen&#8221; Kooperationen und es wird auch Mut brauchen&#8230;</li>
</ul>
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		<title>Dabei sein ist nicht alles</title>
		<link>http://www.lautstark-blog.de/2009/07/15/dabei-sein-ist-nicht-alles/</link>
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		<pubDate>Wed, 15 Jul 2009 19:20:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Musikbranche wandelt sich zunehmend und reagiert immer schneller auf die Anforderungen der digitalen Evolution. Gleichzeitig können wir im täglichen Umgang mit den digitalen Medien ein Phänomen beobachten, das man den Übergang von der Aufmerksamkeitsökonomie zu einer Ökonomie der Überzeugung nennen könnte. Beides hat Auswirkungen auf zukünftige Musik-Marken Kooperationen. Einige Gedanken.

Ein wesentliches Fazit des futuremusiccamps [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Musikbranche wandelt sich zunehmend und reagiert immer schneller auf die Anforderungen der digitalen Evolution. Gleichzeitig können wir im täglichen Umgang mit den digitalen Medien ein Phänomen beobachten, das man den Übergang von der Aufmerksamkeitsökonomie zu einer Ökonomie der Überzeugung nennen könnte. Beides hat Auswirkungen auf zukünftige Musik-Marken Kooperationen. Einige Gedanken.</p>
<p><span id="more-319"></span></p>
<p>Ein wesentliches Fazit des <a title="futuremusiccamp mannheim" href="http://www.lautstark-blog.de/2009/07/08/futuremusiccamp-mannheim-2009/" target="_blank">futuremusiccamps</a> <span>lautet: Wenn die digitale Musikdatei beliebig kopierbar und das etablierte Wirtschaftsmodell der Tonträgerindustrie damit (zunehmend) obsolet wird, muss man neue Revenue Streams über nicht kopierbare Produkte / Dienstleistungen schaffen. Passend dazu hat Wired.com jüngst eine Liste der <a title="wired.com" href="http://www.wired.com/epicenter/2009/07/the-10-weirdest-ways-to-distribute-music/" target="_blank">zehn abgefahrensten Wege Musik zu vertreiben</a> veröffentlicht. Von der Dose mit koscherer Hühnersuppe über eine mechanische Musikspieldose, T-Shirts mit einmaligem Downloadcode bis hin zur 8spur Audiokassette. Allen Produkten ist gemeinsam, dass sie erstens ein physisches Produkt, zweitens deutlich teurer als ein normales Album und drittens eher von emotionalem als von praktischem Wert sind.<span> Amanda Palmer von den Dresden Dolls verdient inzwischen mit </span><a title="sueddeutsche.de" href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/968/479459/text/" target="_blank">Twitter-Aktionen</a><span> weitaus mehr Geld, als mit CD Verkäufen. Mit <a title="audiomagnet.com" href="www.audiomagnet.com" target="_blank">audiomagnet.com</a> hat zudem gerade ein Portal gelauncht, das Musikern die komplette digitale Distribution bis hin zur Listung bei itunes, Amazon etc. abnimmt und sogar die on demand Herstellung und Lieferung von CDs anbietet, ohne das die Bands die Rechte abgeben müssten. Die Künstler können sich damit selbst auf professionellem Niveau vermarkten. Manager öffnen sich darüber hinaus in immer höherem Maße <a title="Manager setzen auch auf Markenkooperationen" href="Www.lautstark-blog.de/kunstler-manager-setzen-auch-auf-markenkooperationen" target="_blank">Kooperationen mit Marken</a>.</span></span></p>
<p>Der Umbruch der Musikbranche gewinnt also zunehmend an Fahrt, was für Markenhersteller, die Musik in der Markenkommunikation einsetzen wollen, grundsätzlich neue Spielräume eröffnet. Allerdings auch neue Risiken, denn der Umbruch ist untrennbar verbunden mit den Kommunikationsstrukturen und Spielregeln des Internet. Und hier zählt nicht nur die Währung „Aufmerksamkeit“ sondern vor allem die Währung „<a title="netzwertig.com" href="http://netzwertig.com/2009/07/10/attention-economics-ueberzeugung-zaehlt-nicht-blosse-aufmerksamkeit/" target="_blank">Überzeugung</a>“. Mit anderen Worten: dabei sein ist nicht alles. Es reicht nicht mehr, den Markennamen und/oder das Logo aufmerksamkeitsstark zu platzieren, es muss passen, relevant, überzeugend eingebettet sein.</p>
<p>An einen vielfachen Informationsüberfluss gewöhnte Internetnutzer selektieren gesehenes heute stärker nach Kontext, Nützlichkeit und Passgenauigkeit. Ähnlich wie Google Ads verpuffen, die nicht zum gerade gesuchten Thema passen,, versandet ein schlecht platziertes Sponsoring wirkungslos. Mehr noch als früher müssen die Fragen gestellt werden „wie passt der Auftritt/die Aktion zur Marke?“ und „wie findet der emotionale Transfer zur Marke statt?“. Neben der Auswahl des passenden Künstlers ist es hier vor allem das „wie“ der Markeneinbindung in die Kommunikation des Künstlers und umgekehrt natürlich auch des Künstlers in die Kommunikation der Marke. Und hier können viele Beteiligte noch dazulernen.</p>
<p>Sieht man von etablierten Top Acts einmal ab, die nach wie vor Marken finden, die annähernd unanständige Summen für Sponsoringverträge zahlen, die ihnen praktisch nichts erlauben (wie jüngst wieder U2 mit einem Handyhersteller), können in Zukunft weder Künstler noch Marken starr auf ihren derzeitigen Positionen beharren. Im Kern geht es um eine Auseinandersetzung miteinander auf Augenhöhe. Künstler müssen anerkennen, dass ihnen ein Markenhersteller Reichweiten bieten kann, die er kurzfristig weder allein, noch mit der Unterstützung eines Labels erreichen kann. Zudem werden einzelne Touren oder Zusatzkonzerte bis hin zu Special Editions für Fans in Zukunft ohne Partner aus der Industrie oft nicht mehr finanzierbar sein. Auf der anderen Seite müssen Markenverantwortliche begreifen, dass der emotionale Transfer nach wie vor eindeutig vom Künstler zur Marke hin geschieht. Gleichzeitig ist diese emotionale Aufladung des Künstlers sein wichtigstes Kapital. Es erfordert Kenntnis und Sensibilität, damit sowohl das begehrte Gut Emotion auf die eigene Marke abstrahlt, als auch die Reputation des Künstlers nicht beschädigt, ggf. sogar gefördert wird. Zurückhaltung ist hier oft effektiver als der Kampf um möglichst viele Quadratzentimeter auf dem Tourplakat. Ein kleines Eigenexperiment: Hat man nicht in der Regel die Aussage eines Gegenübers schon beim ersten Mal verstanden und wird man nicht selbst ungeduldig und genervt,  wenn einem die gleiche Aussage wieder und wieder vorgetragen wird? Die „Sozialen Netze“ funktionieren sehr ähnlich wie direkte Kommunikation: Wahrgenommen und gerne (!) erinnert wird, wer Verständnis für die Wünsche und Leidenschaften der Musikfans zeigt, nicht wer sich möglichst groß in Szene setzt. Erstes überzeugt, zweites bekommt bloß Aufmerksamkeit.</p>
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		<title>futuremusiccamp Mannheim 2009</title>
		<link>http://www.lautstark-blog.de/2009/07/08/futuremusiccamp-mannheim-2009/</link>
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		<pubDate>Wed, 08 Jul 2009 14:15:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Barcamps sind eine lustige Sache. Eine Horde von Menschen unterschiedlicher Professionen trifft sich für meistens ein Wochenende, es gibt kein festes Programm im Vorfeld. Das erinnert von der Idee her sehr an studentische Vollversammlungen, nur dass sich hier Profis aus verschiedenen Bereichen treffen, was die Wahrscheinlichkeit einer substanziellen Diskussion deutlich hebt. Das futuremusiccamp hatte sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif; font-size: small;">Barcamps sind eine lustige Sache. Eine Horde von Menschen unterschiedlicher Professionen trifft sich für meistens ein Wochenende, es gibt kein festes Programm im Vorfeld. Das erinnert von der Idee her sehr an studentische Vollversammlungen, nur dass sich hier Profis aus verschiedenen Bereichen treffen, was die Wahrscheinlichkeit einer substanziellen Diskussion deutlich hebt. Das futuremusiccamp hatte sich ausdrücklich die Zukunft der Musik auf die Fahnen geschrieben, allerdings gerieten in der Gegenwart einige Diskussionen reflexhaft, insbesondere wenn es um die elektronischen Medien und den elektronischen Vertrieb von Musik ging. Aber eben nicht immer.</span></p>
<p><span id="more-299"></span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;"><span style="font-size: x-small;">Für alle, die noch nie auf einem Barcamp waren, kurz eine Skizze. Am Freitag Abend gibt es ein Get Together in einer Bar, bei dem man sich schon einmal kennen lernen und erste Gespräche führen kann. Damit sind wir schon bei einer der Hauptaufgaben eines Barcamps: Networking. Samstags Morgen geht es los mit einer Vorstellungsrunde, in der sich jeder und jede in ca. 5 Sekunden mit Namen und 3 Stichworten vorstellt. Wer eine „Session“ anbieten will, stellt diese anschliessend kurz vor. Je nach Interesse im Publikum werden die Räume verteilt, die Zeitplanung erlaubte in diesem Fall vier Sessions pro Tag in 5 Räumen. Das Prozedere wiederholt sich Sonntag.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;"><span style="font-size: x-small;"> „Session“ kann alles sein, vom Vortrag bis zur Brainstormrunde. Diese Freiheit in der Gestaltung ist eine der großen Stärken der Veranstaltung, da flexibel auf inhaltliche Entwicklungen eingegangen werden kann. Von Nachteil kann sein, dass man nie so ganz genau vorher weiss, was einen erwartet. Dass Vorträge schlecht vorbereitet und Moderatoren überfordert sein können, ist eine der Gemeinsamkeiten mit herkömmlichen Konferenzen&#8230; Vorab: Insgesamt ziehe ich besonders in Hinblick auf Networking und die persönlichen Gespräche ein sehr positives Fazit dieser hervorragend organisierten Veranstaltung. Trotzdem war es auch ein Leidensweg.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif; font-size: small;">Es ging also um die Zukunft der Musik. Genauer gesagt der Bezahlung von musikbezogenen Produkten. Sprich: wie verdient die Musikbranche in Zukunft eigentlich Geld? Ausdrücklich ging es den Ausrichtern dabei um die Herausforderung durch die digitalen Medien. Der folgende Eindruck ist streng subjektiv, da ich natürlich nur an wenigen Sessions selbst teilnehmen konnte.</span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;"><span style="font-size: x-small;">Die Positionen zur digitalen Welt waren sehr heterogen. Von einem Ryan Rauscher, der den Mut hatte, die These „Wir haben noch nie für Musik bezahlt“ diskutieren zu lassen bis hin zu einem Musikschaffenden Teilnehmer, der in seinem persönlichen Fazit nach der Veranstaltung ernsthaft bloggte, dass er die Internet-Bezogenheit des Camps kritisiere, da die Musikbranche dort noch nicht angekommen sei &#8211; „Word!“ möchte man ausrufen. Denn die Diskussionen spiegelten mehrfach mit unschönem Au(toma)tismus den verzweifelten Abwehrkampf weiter Teile der Branche gegen die durch die Internetnutzer längst geschaffenen Realitäten. </span></span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;"><span style="font-size: x-small;">Prototypisch hierfür war die Session von Ralf Plücker (Vodafone), der aus der Perspektive eines digitalen Retailers von den Schwierigkeiten berichten wollte, die die Verhandlungen mit den Labeln bei dem Versuch der Einführung von DRM freien a la carte Download und Musik Mietmodellen (Flatrate) mit sich brachten. Er machte allerdings den Fehler, das voll besetzte Auditorium zu fragen, welches der beiden Modelle sich in Zukunft durchsetzen würde. Statt einer Antwort bekam er eine Diskussion über die Frage, ob von einer Flatrate überhaupt noch etwas von dem Umsatz bei den Künstlern ankommen würde, wer eigentlich für die Verteilunggerechtigkeit sorge und ob Flatrates nicht sowieso die Musik entwerten. Mein Einwurf, dass das gar nicht die Frage war und Flatrates schlicht auf die Nachfrage reagieren brachte mir zwar meine erste Erwähnung in einem </span><span style="font-size: x-small;"><a title="Liveblog Session Ralf Plücker mrtopf.de" href="http://mrtopf.de/blog/de/futuremusiccamp-2009-ralf-plucker-uber-die-musik-retailer-problematik/" target="_blank">Liveblog</a></span><span style="font-size: x-small;"> ever ein, kam allerdings zu spät, die Session war gesprengt. Bitte nicht falsch verstehen: Natürlich sind Verteilungsgerechtigkeit und Verflachung der Musikqualität wichtige Themen. Aber die diskutiert man nicht mit einem Retailer.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;"><span style="font-size: x-small;">Als Reaktion auf diese Beobachtungen bot ich am folgenden Tag selbst eine Session an, die versuchte, diese Reflexe aufzubrechen, indem die Diskussion zunächst einmal ganz unterbunden wurde: Zunächst drei Fragen: Was wird gekauft (jetzt), was kauft ihr (jetzt), was wird in 10 Jahren gekauft werden? Jeweils 10 Minuten, Stichworte wurden auf Flipcharts visualisiert. Die Ergebnisse muten auf den ersten Blick wenig überraschend an und eigentlich hätte ich mir die zweite Frage sparen können. Doch zeigte der moderative Trick durch die unbedingte Konzentration auf die Nachfrage Wirkung: Die bei dem anschliessenden Austausch fanden wir uns plötzlich mitten in einer angeregten Diskussion über innovative Musikprodukte wieder. Beispiele wie die Idee eines Unique Albums der schweizer Band „</span><span style="font-size: x-small;"><a title="www.thebiancastory.com" href="http://www.thebiancastory.com/" target="_blank">The Bianca Sory</a></span><span style="font-size: x-small;">“, das als Kunstwerk versteigert wurde und 10.000 Euro einbrachte, wurden ebenso auf Übertragbarkeit diskutiert wie die jüngste Ultra Limited Edition der Nine Inch Nails und andere Ideen. Die Zeit war natürlich um, als die Diskussion gerade erst richtig losging, dennoch zogen die Anwesenden ein positives Fazit und empfanden die Session als sehr produktiv. Einige Ergebnisse schafften es dann auch gleich in die folgende Session von Stefan Peter Roos (Proud Music) über Vermarktungsmodelle digitaler Güter.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;"><span style="font-size: x-small;">Ein wesentliches Fazit aus den Sessions, an denen ich teilnehmen konnte, ist: In dem Moment, wo das Produkt Musikdatei beliebig kopierbar wird, muss die Musikbranche nicht kopierbare, einzigartige Güter entwickeln, um weiter Umsätze generieren zu können. Dies können Services sein (Fan-Angebote, Nischenangebote&#8230;), Erlebnisse (Konzerte (on- und offline), Treffen mit dem Künstler&#8230;), Special Editions z.B. in ungewöhnlichen physischen Produkten (eine nette Ironie, dass wesentliche Ertragsfelder der Musikbranche im Internetzeitalter offline liegen). Sicher hilft auch ein Blick über den Zaun in die Gaming Industrie, die längst daran gewöhnt ist, virtuelle Güter zu entwickeln und zu verkaufen. Es wird Zeit, dass die Musikbranche zusammen mit den digitalen Einwohnern die Herausforderung annimmt neue Formate zu erschaffen. </span></span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;"><span style="font-size: x-small;">Ich stimme Ryan und </span><span style="font-size: x-small;"><a title="www.spreeblick.de" href="http://www.spreeblick.com/2009/06/02/wir-werden-niemals-fur-musik-bezahlen/" target="_blank">Johnny Haeusler</a></span><span style="font-size: x-small;"> jedenfalls zu: Die Konsumenten haben nie für die Musik bezahlt, sondern für die </span><span style="font-size: x-small;"><em>Darbietung, </em>also den <em>Service</em></span><span style="font-size: x-small;">. Das Konzert, die zur Verfügung Stellung als Tonträger etc.. Letztlich war es immer dieser Service, dass die Musik zu uns gebracht wird und in uns Emotionen auslöst, der uns etwas wert war. Und ist. Und sein wird. Welchen Service bieten wir jetzt an?</span></span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;"><span style="font-size: xx-small;"><span style="font-family: Georgia, 'Times New Roman', 'Bitstream Charter', Times, fantasy; font-size: small;"><span></span></span></span></span></p>
<p>UPDATE:</p>
<p>Einige Weiterführende Gedanken insbesondere zu Konsequenzen in Bezug auf Marken/Musik Kooperationen finden sich <a title="Dabeisein ist nicht alles" href="http://www.lautstark-blog.de/2009/07/15/dabei-sein-ist-nicht-alles/" target="_self">hier</a>.</p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;"><span style="font-size: xx-small;"><span style="font-family: Georgia, 'Times New Roman', 'Bitstream Charter', Times, fantasy; font-size: small;"><span></span></span></span></span></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Ursachenforschung zum Umsatzrückgang in der Musikindustrie</title>
		<link>http://www.lautstark-blog.de/2009/06/26/ursachenforschung-zum-umsatzruckgang-in-der-musikindustrie/</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Jun 2009 17:20:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Zukunft der Musikindustrie]]></category>

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		<description><![CDATA[Zum Wochenende noch der Hinweis auf einen sehr guten Artikel von Prof. Mag. Dr. Peter Tschmuck aus Wien, der fundiert und informiert aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht einen Blick auf die aktuelle Diskussion zum Thema Umsatzrückgang in der Musikindustrie wirft. Er belegt recht schlüssig die These, dass sich Filesharing als Ursache für den Rückgang der Umsätze in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-278" title="Blog Musikwirtschaftsforschung" src="http://www.lautstark-blog.de/wp-content/uploads/2009/06/musikwirtschaftsforschung_blog_screen-150x150.jpg" alt="Blog Musikwirtschaftsforschung" width="150" height="150" />Zum Wochenende noch der Hinweis auf einen sehr guten Artikel von Prof. Mag. Dr. Peter Tschmuck aus Wien, der fundiert und informiert aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht einen Blick auf die aktuelle Diskussion zum Thema Umsatzrückgang in der Musikindustrie wirft. Er belegt recht schlüssig die These, dass sich Filesharing als Ursache für den Rückgang der Umsätze in der Musikindustrie nicht mit den empirisch ermittelbaren Zahlen belegen lässt. Vielmehr handele es sich um einen Umbruch im Nutzungs- und Kaufverhalten, bei dem Filesharing eine Begleiterscheinung sei. Wesentlicher sei die Entwicklung des Einzeltrackdownloades an sich, der das Album als Produkt angreife. Der Musikmarkt wandele sich zurück zu einem Single-Track Markt, was die bisherigen Vermarktungslogiken allerdings über den Haufen werfe.</p>
<p>Der Artikel ist sowohl gut mit Zahlen belegt als auch verständlich geschrieben. Unbedingt lesenswert und <a href="http://musikwirtschaftsforschung.wordpress.com/2009/06/25/die-rezession-in-der-musikindustrie-eine-ursachenanalyse/" target="_blank">hier </a>zu finden.  Ist insgesamt ein interessanter <a href="http://musikwirtschaftsforschung.wordpress.com/" target="_blank">Blog </a>mit viel Hintergrundinformationen zum Thema Musikwirtschaft.</p>
<p>In diesem Sinne: Allen ein Schönes Wochenende!!!</p>
<img src="http://www.lautstark-blog.de/wp-content/plugins/pixelstats/trackingpixel.php?post_id=276&ts=1283759573" style="display:none;" alt="pixelstats trackingpixel"/>]]></content:encoded>
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		<title>Wie Bands sich selbständig machen</title>
		<link>http://www.lautstark-blog.de/2009/06/12/wie-bands-sich-selbstandig-machen/</link>
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		<pubDate>Fri, 12 Jun 2009 13:17:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Musik]]></category>
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		<description><![CDATA[
Kennen Sie die britische Band Fanfarlo? Nein? Eigentlich kein Wunder, die Band ist bei keinem großen Label unter Vertrag, vermarktet sich selbst und hat auch sonst außer einigen selbst produzierten Singles und einem gerade erst erschienen Album kaum etwas vorzuweisen. Doch Sie hatten eine gute Idee, die ihnen gerade die Aufmerksamkeit des
NME „A carefully orchestrated [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-medium wp-image-247" title="fanfarlo_like_trees" src="http://www.lautstark-blog.de/wp-content/uploads/2009/06/fanfarlo_like_trees-199x300.jpg" alt="fanfarlo_like_trees" width="223" height="336" /></p>
<p>Kennen Sie die britische Band Fanfarlo? Nein? Eigentlich kein Wunder, die Band ist bei keinem großen Label unter Vertrag, vermarktet sich selbst und hat auch sonst außer einigen selbst produzierten Singles und einem gerade erst erschienen Album kaum etwas vorzuweisen. Doch Sie hatten eine gute Idee, die ihnen gerade die Aufmerksamkeit des<br />
<a href="http://www.nme.com/home" target="_blank">NME</a> „A carefully orchestrated treat” (8/10 Punkte) sowie <a href="http://www.mojo4music.com/blog/" target="_blank">Mojo</a> “Gorgeous pop baroque” (4/5) beschert hat und die Rough Trade Shops in UK veranlasst hat, sie zum Album der Woche zu machen, neben der guten Musik natürlich. <span id="more-246"></span>Die Band bietet befristet bis zum 4. Juli ihr aktuelles Album inkl. Bonusmaterial für einen Dollar im Internet zum Download an. Das ganze in sehr guter Qualität (DRM freie mp3 in 320 kbits Auflösung). Ab dann wird es das Album auch als CD und Vinyl mit sorgfältig aufbereiteter Sonderausstattung geben.<br />
Auf die Idee kam die Band nach langen und enttäuschenden Verhandlungen mit Labeln, die sie veranlassten, ihre Geschicke selbst in die Hand zu nehmen. Vielleicht geht die Strategie ja sogar auf. Im Moment wird die Band jedenfalls per Facebook und Blogosphäre weitergereicht, „schon allein, weil die 1 Dollar Idee unterstützenswert ist“ &#8211; weshalb man auch hier in Deutschland plötzlich doch Fanfarlo kennen könnte. Ich bin mir jedenfalls sicher, dass ich nie von Fanfarlo gehört hätte ohne diese Aktion. Auch wenn es vielleicht nicht 100%ig meinen Geschmack trifft, meinen Dollar haben sie. Und meine Sympathien. Und mein Ohr&#8230; gut gemacht eigentlich, schöne Arrangements&#8230; der Sänger hat was, die Instrumentierung ist recht bunt&#8230; aber nett eigentlich&#8230; mal sehen, einfach mal einhören&#8230;</p>
<p><a href="http://fanfarlo.com/" target="_blank">Hier</a> geht’s zur Bandseite!</p>
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		<title>Kommt die Musik in der Zukunft aus der Wolke? Teil 2</title>
		<link>http://www.lautstark-blog.de/2009/06/03/kommt-die-musik-in-der-zukunft-aus-der-wolke-teil-2/</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Jun 2009 15:03:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>
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		<description><![CDATA[Im ersten Teil dieses Artikels habe ich mich als CD kaufender Dinosaurier geoutet, der die Entwicklung der digitalen Verfügbarkeit von Musik beobachtet. Eine Entwicklung, die sich – glaubt man gewöhnlich gut informierten Blogger-Kreisen – vom Besitzen von Musikprodukten über Mieten von Musikdateien hin zur Nutzung von personalisierten Streaming-Angeboten vollzieht.
Was mich als lautstarken Musik-PRler dabei umtreibt: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.lautstark-blog.de/2009/05/29/kommt-die-musik-in-der-zukunft-aus-der-wolke-teil-1/" target="_blank">Im ersten Teil</a> dieses Artikels habe ich mich als CD kaufender Dinosaurier geoutet, der die Entwicklung der digitalen Verfügbarkeit von Musik beobachtet. Eine Entwicklung, die sich – glaubt man gewöhnlich gut informierten Blogger-Kreisen – vom Besitzen von Musikprodukten über Mieten von Musikdateien hin zur Nutzung von personalisierten Streaming-Angeboten vollzieht.</p>
<p>Was mich als lautstarken Musik-PRler dabei umtreibt: Passiert hier ein Paradigmenwechsel im Umgang mit Musik? Während langsam aber sicher alle jemals veröffentlichte Musik immer und überall verfügbar wird, verschwindet das haptische Musikprodukt „Album“ zunehmend. Zum Teil liegt die Musik noch nicht einmal mehr als Datei in einem uns gehörenden Speichermedium. Verändert das Wahrnehmung von und Umgang mit Musik und wenn ja wie? Ich weiss es nicht und möchte hier zur Diskussion einladen.</p>
<p><span id="more-236"></span>Kurzer Blick zurück: In den 80iger Jahren ist die Welt der Musikindustrie in Ordnung: Mit der Umstellung auf die CD sehen sich viele Musiknutzer gezwungen, ihre Musikbibliothek im neuen Format erneut anzuschaffen. Die Stimmung ist golden, denn auch die Umstellung auf das Format CD hat eines nicht verändert: Wer aktiv Musik hören und sich nicht dem Diktat des Hörfunks unterwerfen will, kauft aus seinem begrenzten Budget ein Produkt. Dieses beinhaltet den Tonträger und ein mehr oder weniger gestaltetes Cover. Bei einer CD kommt ein Booklet hinzu, in dem geblättert werden kann. In jedem Fall steht im Regal ein Objekt, dass außerdem den Wohnraum mitgestaltet und Besuchern gegenüber als Inszenierungsmittel dient: Das Musikalbum als Ausdruck individuellen Geschmacks, der eigenen Persönlichkeit, Träger von Erinnerungen. Umgekehrt genügt mitunter der Blick ins Plattenregal, um festzustellen, ob es sich bei der neuen Bekanntschaft um einen One Night Stand oder eine potenzielle Beziehung handelt. Neben dem pekuniären hat das physische Album also auch einen ideellen Wert.</p>
<p>Und dann passiert das unvermeidliche: Datenkomprimierung und Internet stürzen die Musikindustrie in ihre größte Krise. Dass die zuvor so Profitträchtige Umwandlung von Musik in digitale Dateien die Grundlage dafür ist, ist nebenbei bemerkt eine prima Ironie der Geschichte. Denn nun ist die goldene Stimmung auf Seiten der aktive Musikhörer: Musik wird plötzlich versend- und digital verfügbar, unabhängig vom individuell begrenzten Budget. Der Rest ist Geschichte. Die technischen Möglichkeiten werden ausgenutzt, Musik ist heute legal wie illegal überall verfügbar, wo es einen Zugang zum Internet oder zum Netz eines Mobilfunk-Providers gibt. Angebote wie Mobile-Music-Flatrates von Vodafone und Nokia sind dabei nur logische Schritte einer Entwicklung, die möglicherweise in Angeboten wie spotify.com mündet, bei der die Musik noch nicht einmal mehr gespeichert wird.</p>
<p>Auf der Strecke geblieben ist das physische Album als Mittel des Selbstausdrucks. Wenn die von vielen prognostizierte Entwicklung in Richtung Flatrates und Streaming-Angeboten weitergeht, wird der aktive Musikhörer in Zukunft noch nicht einmal mehr die Musik besitzen, die er hört. Was ich spannend finde und wozu ich mehr Fragen als Antworten habe ist, ob sich dabei im Verhältnis Hörer / Musik etwas verändert.</p>
<p>Die einfache Antwort ist: Nichts. Man kann, wie z.B. <a href="http://www.spreeblick.com/2009/06/02/wir-werden-niemals-fur-musik-bezahlen/" target="_blank">Johnny Haeusler</a> mit guten Gründen sagen, dass wir immer nur für den Zugang zu Musik bezahlt haben und nicht für die Musik selbst. Dann hätte sich nur das Medium verändert. Aber ist das wirklich alles?</p>
<p>Geht man z.B. davon aus, dass das Kaufen ein Akt des Aneignens ist, ist es nicht ein Unterschied, ob ich für ein Album Geld ausgebe, oder für die ganze Welt der Musik? Verändert sich damit die Einstellung, die Beziehung zum einzelnen Stück, zum Werk, zum Künstler? Natürlich eigne ich mir auch im bewussten Herunterladen von Musik ein Stück an. Ändert sich etwas, wenn ich als Nutzer von spotify.com die Musik noch nicht einmal mehr als Elektronenhaufen auf meinem Rechner habe? Oder liegt in einer Kultur der Musik-Mietmodelle gar das Heil des Kulturbetriebes, macht es doch dem Nutzer unmissverständlich klar, dass er nicht das Musikstück, sondern nur das Recht zum Abspielen erwirbt? Stellt sich vor diesem Hintergrund der Verkauf von kopierbaren Tonträgern etwa als historischer Irrtum heraus? Aber ist es wirklich gut für die Hörer-Künstler Bindung, wenn ich buchstäblich nichts mehr „in der Hand“ habe?</p>
<p>Berthold Selinger sprach in einem Spex Interview in Bezug auf steigende Konzertumsätze von einem steigenden Bedürfnis nach „Echtheitserlebnissen“. Kann man eventuell sagen, dass die Digitalisierung des Musikzugangs dazu führt, dass der nur noch als Bits und Bytes verfügbaren Musik erst im Live-Erlebnis das notwendige Leben eingehaucht wird?</p>
<p>Und: Was wird eigentlich aus DEM männlichen Liebesbeweis „ich nehm dir mal `ne Kassette auf / brenn dir mal `ne CD“ &#8230; „ich schick dir mal ne Playlist, Liebes“ – oh, ja, hm&#8230; sweet &#8230;!? &#8230; bin ich da jetzt zu konservativ? Das ist doch nicht das gleiche, oder?</p>
<p>Vielleicht wird einfach nur stärker erkennbar, für wen Musik tatsächlich Identitätsstiftendes Element ist (haben wollen) oder nur Hintergrundbeschallung der eigenen Selbstinszenierung (mieten / streamen). Vielleicht sehen wir nur noch stärker die Ausbildung von verschiedenen Nutzer-Typen, von den Vinyl Liebhabern bis hin zum Chartgetriebenen Jungmann, der einfach immer nur den neuesten Scheiß auf seinem Plärr-Handy haben will um damit sein durch-die-Stadt-Cruisen zu untermalen. Vielleicht wird der Wegfall des haptisch erfahrbaren Albums schon längst durch andere Mittel ersetzt, z.B. Merchandising, mit dem sich Fans als solche bekennen, vielleicht verlagert sich die ideelle und sich selbst ausdrückende Bedeutung des Musikregales einfach per Band-T-Shirt in den Kleiderschrank. Auch der liebende Mann wird sicher in Zukunft Mittel und Wege finden seine Liebe (und seinen per se überlegenen Musikgeschmack&#8230;) der Geliebten gegenüber angemessen auszudrücken. Liegt in der Leerstelle, die die liebevoll gestaltete CD-Hülle im Falle der zu übermittelnden Playlist hinterlässt nicht gar eine neue Produktidee versteckt? Bloß der Blick ins Musikregal der neuen Bekanntschaft war um Längen unauffälliger realisierbar als die Inspektion ihrer i-tunes Bibliothek&#8230;</p>
<p>Ich kann mir nicht helfen, ich werde den Eindruck nicht los, dass mit dem Wegfall des haptischen Elementes die Bindung Hörer / Künstler sich verringert. Vielleicht muss man von hier aus denken, wenn man die Krise dauerhaft lösen will. Die „Ultra Limited Edition“ des letzten Nine Inch Nails Albums für schlappe 300 Dollar war übrigens als erstes ausverkauft&#8230;</p>
<p>Ich freue mich auf Feedback, wir werden das Thema weiter begleiten und Kommentieren. Ich hör jetzt jedenfalls noch ein bischen Tony Levin und freue mich, im Booklet lesen zu können, wer bei welchem Track mitspielt. Aber ich bin ja auch 80ziger&#8230;</p>
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		<title>Kommt die Musik in der Zukunft aus der Wolke? Teil 1</title>
		<link>http://www.lautstark-blog.de/2009/05/29/kommt-die-musik-in-der-zukunft-aus-der-wolke-teil-1/</link>
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		<pubDate>Fri, 29 May 2009 07:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Musik]]></category>
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		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Ok, ich akzeptiere es, ich bin ein Dinosaurier. Angehöriger einer aussterbenden Art. Ist ja auch irgendwie ganz charmant. Ein Abgrenzungsmerkmal gegenüber dem alles vereinnahmenden Mainstream: Ich kaufe noch CDs. Genau. Das ist so-was-von-80er!
„Wer heute neue Musik haben möchte, lädt sie sich aus dem Netz herunter, Dino!“
Entschuldigung, wenn, dann richtig: ist angesichts von Musikflatrates und Diensten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ok, ich akzeptiere es, ich bin ein Dinosaurier. Angehöriger einer aussterbenden Art. Ist ja auch irgendwie ganz charmant. Ein Abgrenzungsmerkmal gegenüber dem alles vereinnahmenden Mainstream: Ich kaufe noch CDs. Genau. Das ist so-was-von-80er!</p>
<p>„Wer heute neue Musik haben möchte, lädt sie sich aus dem Netz herunter, Dino!“<br />
Entschuldigung, wenn, dann richtig: ist angesichts von Musikflatrates und Diensten wie <a href="http://www.spotify.com" target="_blank">www.spotify.com</a> nicht das gesamte Konzept „Musik haben“ schon so-was-von-2008&#8230;?</p>
<p><span id="more-232"></span>Spotify ist ein Start Up Unternehmen aus Stockholm und hat z.B. in England innerhalb von 2 Monaten etwa eine Million Kunden mit einem bestechend einfachen Angebot gewonnen. Man kann kostenlos (mit Werbeunterbrechungen) oder gegen eine monatliche Gebühr (dann ohne Werbung) Musik hören. Als Stream, ohne die eigene Festplatte zu belasten. Das allerdings mit einer Beständigkeit, dass man tatsächlich glaubt, die Musik komme aus der eigenen mp3 Sammlung. Mobile Applikationen für iPhone, Android und andere mobile Plattformen sind in Vorbereitung. Eine erstes Demovideo ist bereits auf youtube aufgetaucht:</p>
<a href="http://www.lautstark-blog.de/2009/05/29/kommt-die-musik-in-der-zukunft-aus-der-wolke-teil-1/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a>
<p>Das Ziel: Zugriff auf Millionen von Songs immer und überall ohne eigenen Speicher. Wie bei den bekannten Mediaplayern auf dem eigenen Rechner kann man sich eigene Playlists und Favoritensammlungen erstellen. Sind einmal die Verhandlungen mit allen Labels erfolgreich abgeschlossen (was noch nicht der Fall ist), steht dafür theoretisch die komplette Bibliothek aller jemals veröffentlichten Musik zur Verfügung. Das gleiche Konzept soll mit Videoinhalten in Vorbereitung sein, munkelt man. Mit guten Gründen wird Spotify daher von einigen als „next big thing“ gehandelt:</p>
<p>-    es bietet eine Lösung für die <a href="http://www.lautstark-blog.de/2009/05/19/die-causa-pirate-bay-oder-die-entertainmentindustrie-und-das-internet/" target="_blank">„Causa Pirate Bay“ </a>, da die Musik in guter Qualität eben auch kostenlos gehört werden kann<br />
-    die Entertainment-Industrie verdient Geld<br />
-    alle Musik wird überall on demand verfügbar<br />
-    keine Begrenzung durch Speicherkapazitäten</p>
<p>Die Aufmerksamkeit der Musik-affinen Blogs (z.B. <a href="http://netzwertig.com/2009/04/29/musik-aus-der-cloud-nutzer-stuermen-spotify/" target="_blank">netzwertig</a>) ist jedenfalls groß. So groß, dass auch etablierte Plattformen wie <a href="http://www.zeit.de/online/2009/21/spotify" target="_blank">zeit.de</a> das Thema aufnehmen.</p>
<p>Als ich mit Carmen Hillebrandt von Vodafone in den letzten Tagen auf Redaktionstour war, um die neue Vodafone Music Flatrate vorzustellen, fiel allerdings auf, dass zwar alle beobachten, dass der Markt solche Angebote verlangt, dass sich der Umgang mit Musikbesitz verändert (nicht ihre Bedeutung, wohlgemerkt). Aber so richtig scheint niemand zu wissen, wo es hingehen wird. Entwickelt sich die Generation Download zur Streaming Gemeinde? Ändert sich dadurch das Verhältnis zur Musik? Was macht der „Spotifier“ eigentlich ohne Empfang? Hat er für diesen Fall noch eine zweite, eine Download-Flatrate?<br />
Fragen, die im zweiten Teil dieses Artikels formuliert und in den kommenden Tagen lautstark bloggend zur Diskussion gestellt werden.</p>
<p>Ich kaufe jedenfalls weiter CDs. Die klingen einfach besser als mp3s. Bin nun mal 80er.</p>
<p>Peter</p>
<img src="http://www.lautstark-blog.de/wp-content/plugins/pixelstats/trackingpixel.php?post_id=232&ts=1283759573" style="display:none;" alt="pixelstats trackingpixel"/>]]></content:encoded>
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